Lässt du diese 5 Fotochancen im Sommer ungenutzt?

Lässt du diese 5 Fotochancen im Sommer ungenutzt?Die Polartaktik

Der norwegische Friedensnobelpreisträger und Polarforscher Fritjof Nansen berichtete, dass die Inuit mit
ihrem Kajak die Kraft starker, seitlicher Wellen abfingen, indem sie beim Eintreffen der Welle gekentert und danach mit der Wellenbewegung wieder hochgerollt sind. Diese Taktik kennst du bestimmt unter dem Namen Eskimorolle.

Naturfotografie nach der Inuitmethode

Die Motive im Sommer kannst du nicht beeinflussen. Es gibt vieleicht nicht so viele spannende Motive wie zur Brutsaison oder bei der Jungtieraufzucht. Erst recht nicht das frische Grün der ersten Blätter.

Aber du brauchst ja nicht gleich die Kamera verzweifelt einschließen und warten bis der Herbst mit den besonderen Lichtstimmungen wiederkommt.

Du musst eben das Nutzen was zur Verfügung steht und mit den gegebenen Motiven flexibel umgehen. Es gibt eine Menge Möglichkeiten, um den Sommer zu nutzen damit deine Speicherkarte voll wird und du an den stürmischen und verregneten Herbsttagen was zu tun hast mit der Bildsortiererei.

Obwohl…

….an den besagten Herbsttagen findest du besonders tolle Motive im Bereich der Landschaftsfotografie.

Aber der Sommer steht in diesem Beitrag im Fokus und deshalb bekommst du echt gute Tipps damit du nicht aus der Übung kommst.

Fünf Fotochancen garantiert ohne Sonnenstich

 

#1 Schattenreich

 

Gerade an Gewässern wartet ein Motivparadies auf dich. Du findest auch an den Hitzerekordtagen immer wirklich immer Tiere, die drauf warten auf deine Speicherkarte gebannt zu werden.

Schattenplatz

Vögel suchen in der Mittagshitze gerne schattige Plätze auf. Und natürlich bleiben sie dabei auf dem Wasser. Beobachte Bäume oder Büsche am Ufer.

Du wirst Wasservögel entdecken, die dort ihr  Gefieder pflegen oder sich ausruhen. Besondere Actionfotos sind natürlich auch möglich wenn du eben einen Federträger findest bei dem ein Badetag angesagt ist.

Dann hast du auch tolle Möglichkeiten Tiere in Aktion zu fotografieren. Gönn dir selbst was Gutes und begib dich unter die Bäume.

 

#2 Hänsel und Gretel Style

 

Wenn im Sommer das Gras seine Farbe von grün nach gelb wechselt, findest du zwar auch auf der Wiese viele Motive, aber du wirst dort gebraten wenn du dich länger bewegungslos auf freiem Feld aufhältst.  

Die kühle Alternative

Geh in den Wald. Du hast durch die Bäume Schatten und es ist auch wesentlich kühler als wenn du obdachlos durch die freie Natur auf Motivsuche gehst.

Fotografen brauchen doch Licht und keinen Schatten…oder…

Im Sommer ist der Waldboden eine komplett abgeschattete Fläche. Aber die Sonne ist trotzdem hell genug, dass sie trotz des dichten Blätterdachs der Bäume ein optimales, diffuses Licht abgibt.

Das bekommst du sonst nur mit einem Diffusor hin. Zudem kann es zu anderen Jahreszeiten nötig sein, dass du zusätzlich ein Teil des Motivs abschatten musst, um keine ausgefressenen Lichtbereiche zu bekommen. Das fällt im Sommer weg.

Du hast diffuses Licht und dadurch eine einheitlich ausgeleuchtete Fläche. Dieser Vorteil kann nicht nur bei Weitwinkelaufnahmen genutzt werden. Auch Fell- und Federträger werden gleichmäßig ausgeleuchtet. Und besonders gut kann dieses Licht für Detailfotos genutzt werden.

Ach übrigens, es heißt zwar, der Herbst sei die beste Pilzzeit, aber wenn du genauer hinsiehst wirst du auch im Hochsommer einige Pilze entdecken.

 

#3 Das drei Gänge Menü Sommerhoch

 

Schau dir den Wetterbericht im Sommer genau an. Du wirst feststellen, dass es Phasen gibt in denen du über mehrere Tage exakt die gleichen Lichtbedingungen hast.

Du kannst verlässlich planen. Klar es gibt einige wirklich gute App´s die dir den genauen Sonnenstand anzeigen. Das hilft wirklich sehr.

Vor Ort kann es aber sein, dass ein Schornstein, Baum oder Strommast genau „im Weg“ stehen. Deshalb geht nichts darüber offline nachzusehen ob das was dir die App verspricht die Natur auch hält.

Plane zwei Termine  an solchen stabilen Hochsommerlagen ein. Beim ersten Termin prüfst du, wo genau dein Standort sein sollte, um dein Wunschbild perfekt hinzubekommen.

Bei deinem zweiten Besuch machst du dein Bild.

Du wirst vieleicht auch einen genialen Fotostandort finden den du vorher gar nicht auf dem Schirm hattest.

Guten Appetit

 

#4 Lösch deine Bilder bei Wetterkapriolen

 

Hast du eigentlich ein richtig gutes Landschaftsbild in der Nähe deines Wohnorts gemacht? Das wirst du bald mit einem Lächeln löschen!

Echt jetzt, warum löschen?

Weil du Platz auf deiner Festplatte brauchst um bessere Fotos abzuspeichern. Denn die wirst du bei diesem Tipp bald haben!  ;-)

Na gut….löschen brauchst du das super Landschaftsfoto vieleicht nicht gleich, obwohl….
Überleg mal was kommt  oft nach warmen Phasen im Sommer?
Klar, das Sommergewitter.

Nach einem schwülwarmen Tag türmen sich langsam riesige Gewitterwolken auf.

Bedrohlich.

Am Rand haben sie einen den Lichtsaum, das letzte Licht der Sonne. Schon zucken die ersten Blitze und du siehst dem Spektakel gebannt zu. Leider nur aus Fenster deiner Wohnung.

Warum bist du Verd. nochmal nicht vor Ort?

Und warum wartest nicht mit deiner Kamera im Anschlag auf den Blitz der die Gegend in ein magisches Licht taucht?  Der Wetterbericht wird das Gewitter erwähnt haben. Du hast also Zeit genug dich vor Ort zu begeben.

Willst du außergewöhnliche Bilder? Dann mach außergewöhnliche Sachen!!

Klar musst du unbedingt immer auf deine eigene Sicherheit achten. Ich denke mal du bist weise genug dich nicht auf das freie Feld zu stellen und darauf zu warten dass der Blitz dich trifft.

Aber ich warne Dich!

Es ist auch sozusagen eine Garantie dass du viele Anläufe brauchen wirst, um an grenzgeniale Bilder zu kommen.

Aber das nächste Sommergewitter kommt bestimmt und mit ihm auch deine nächste Fotochance.

 

#5 Welche Ausrede hast du bei diesem Tipp?

 

Hast du dir bei den vorherigen Tipps gesagt: Sag mal geht´s noch????
Am Tag muss ich arbeiten, da ich habe keine Zeit.

Im Sommer hast du Licht ohne Ende! Du hast vor und nach deinen täglichen Verpflichtungen Zeit.

Was machst du eigentlich so vor deiner Arbeit?

Du kannst ja mal was total verrücktes machen. Steh eine Stunde früher auf und fotografier an deinem Hausrevier. Wenn du mir jetzt sagst, das geht nicht, ich muss in der Woche schon um Vier Uhr aufstehen …

Was machst du an einem Samstag oder Sonntag oder Feiertag? Da hast du Zeit!
Einmal dem Schweinehund in den Hintern treten und früh aufstehen. Am Samstag vieleicht.

Dann kannst du ja als Entschädigung und mit einer triftigen Entschuldigung am Sonntag ausschlafen.

Hast du eine dieser drei Eigenschaften?

Zugegeben früh aufstehen ist auch nichtgerade dass was ich persönlich zu meinen absoluten Highlights zähle. Aber für einmal oder für einen absehbaren Zeitraum und für ein besonderes Fotoprojekt.

Wäre es das nicht wert?

Ich habe es mehrfach im Laufe meiner Naturfotografielaufbahn gemacht.
Klar gab es auch Tage an denen ich mein gewünschtes Motiv überhaupt nicht vor die Linse bekam. Du wirst garantiert auch solche Niederlagen kennen oder kennenlernen. Aber aufgeben?

Hey, du fotografierst gerne in der der Natur.

Das sagt eigentlich schon alles über dich.

Denn dann bist du entweder seehr geduldig, diszipliniert oder stur (zu letzterem zähle ich mich)

Ich habe mir ein sogenanntes Mindset angeeignet. Geh nicht zu verkrampft frühmorgens zu einem Spot. Selbst wenn dein Wunschmodel an diesem Morgen nicht vor die Linse will. Sieh dich um! Du wirst tolle Ersatzmotive finden. Mit diesem Mindset hatte ich noch keinen Fotomorgen an dem ich mit leerer Speicherkarte wieder nach Hause ging.

Du siehst mit meinen 5 Tipps behältst du einen kühlen Kopf und machst dabei tolle Sommerlochfotos.

Und wenn du nur einen Tipp mitnimmst dann den: Pack dir auch an heißen Tagen im Hochsommer deine Kamera und fotografiere.
Jetzt geh raus…spielen

 

Dein Holger

 

 

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