Wie wichtig ist Equipment?

Es gibt viele Gelegenheiten bei denen Naturfotografen über ein Projekt oder ein besonderes Bild sprechen. Irgendwann kommt das Gespräch auf das verwendete Equipment. Wichtige technische Fragen werden gestellt. Mit welchem Objektiv wurde es wohl gemacht, die Frage nach Belichtungszeit, Blende und natürlich der meistgestellten Frage überhaupt: Welches Kamerasystem wurde wohl verwendet?

Meistens überwiegt dieser Teil an Fragen der Auseinandersetzung mit dem Bildinhalt. Es könnte doch auch eine Bildbeurteilung in Betracht gezogen werden. Warum gefällt das Bild? Ein kleine Begründung und konstruktiv kritischen Fragen ist doch eigentlich genauso wichtig wie der technische Teil.

Natürlich sind ist es auch wichtig zu hinterfragen mit welcher Technik gearbeitet wurde, denn damit lassen sich für die eigenen Fotos wertvolle Schlüsse ziehen.
Aber beide Bereiche spielen ineinander und sollten daher mindestens gleichwertig behandelt werden. Ein Fotoprojekt bei dem Brennweiten von 24mm bis 400mm eingesetzt werden sollen,hat zwar eine große Bandbreite an Möglichkeiten, erfordert aber auch dementsprechendes Material! Was aber, wenn das 400mm Objektiv eben nicht die Fototasche schmückt sondern „nur“ ein 70-200mm Objektiv, oder gar ein Kitobjektiv mit 18-55mm? Hat man dann weniger Chancen auf ein gutes Bild oder wird das laufende Projekt etwa eingestellt? Ich denke die Antwort ist klar. Selbst mit einer 24mm Linse machen Fotos was her.

Gerade den Anfängern in der Naturfotografie sollte, nein muss eigentlich gesagt werden, dass zu Beginn ein Objektiv völlig ausreicht. Denn die Kameraeinstellungen, Bildgestaltung usw. sollten zuerst gelernt werden. Wer vor Ort viele Objektive zur Auswahl hat gerät in Zugzwang und das Motiv hat unter Umständen längst das Weite gesucht, bis man endlich seine Wahl getroffen hat. Außerdem kann das Linsenhopping auch böse enden.

Ich habe einen Fotografen erlebt, der nach dem vorgenannten Linsenhopping einen Konverterwechsel vornehmen wollte. Alles spielte sich oberhalb  einer steilen Uferböschung ab. Es kam was kommen musste: Der Konverter rutschte aus der Hand und kullerte den Hang hinunter ins Wasser hinein. Zum Glück blieb er im seichten Uferbereich, jedoch unter Wasser liegen.

Fällt es so schwer sich auf wenig zu beschränken, oder ist es eine zu große Herausforderung nur mit einem Objektiv loszugehen?

Dass wäre doch mal eine Idee: Mit nur einer festen Brennweite auf Fototour zu gehen! Na los, versuchen Sie es doch mal, gehen Sie mit Ihrer Kamera und nur einem Objektiv raus …spielen.

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