Warum Du kleinste Zeitfenster zum Fotografieren nutzen musst und dir Sturheit hilft

An diesem Wochenende war eigentlich alles verplant. Am Samstag wartete eine Einladung zum Brunch und am Sonntag eine Weihnachtsfeier auf mich. Der Wetterbericht für diese zwei Tage schrie aber eigentlich geradezu danach, den angekündigten Schnee fotografisch festzuhalten. Inklusive der jeweiligen An- und Abfahrt zu den fest vereinbarten Terminen und des jahreszeitlich bedingten kurzen Tageslichtes, war es sehr schwierig an diesen beiden Tagen auch noch ein Besuch an einem meiner Fotospots einzuschieben. Der Samstag kam und wie angekündigt schneite es. Immer wieder schaute ich während des Brunchs sehnsüchtig aus dem Fenster und sah die Schneeflocken tanzen.

Als ich am Samstag wieder zu Hause war, schaute ich auf die Uhr. Ein, zwei Stunden würden mir noch bleiben bis die Sonne untergeht. Also schnell die Ausrüstung einpacken und ab zum Fotospot. Als ich ankam schneite es nicht mehr.

 

Der erste Besuch ging in die Hose

Ich begab mich an den Waldrand, um mal nachzusehen wo ein geeignetes Motiv auf mich wartete. Nach kurzer Zeit fand ich eine schneebeladene Stechpalme die noch die typischen roten Beeren trug.

Ich begutachtete die möglichen Fotoausbeute und versuchte mich an dem einen oder anderen Bild einer Beere. Aber irgendwie wollte die zündende Bildidee nicht erscheinen.

Also zog ich weiter und fand eine kleine wassergefüllte Vertiefung, in der herbstlich gefärbte Blätter den Grund bedeckten. Ich kramte in meinem Fotorucksack und stellte fest, dass der jetzt so dringend benötigte Polfilter, der die Spiegelungen aus dem Wasser zaubern konnte, seinen Platz in meiner Wohnung an der warmen Zentralheizung behalten hatte.

Dennoch versuchte ich noch ein gutes Bild zu bekommen. Dazu kniete ich mich in den Schnee. Der gab nach und eiskaltes Wasser wurde von meiner Jeans aufgesogen. Schnell sprang ich auf, aber es war schon zu spät. Von den Knien abwärts bis zu den Schuhen hatte sich der Stoff mit dem winterlich temperierte Wasser angefreundet.

 Ja, wenn ich doch nur meine wetterfeste Winterhose angezogen hätte…

Aber auch die teilte sich zusammen mit dem Polfilter ihren Platz an der Zentralheizung meiner Wohnung.

Frierend begab ich mich auf dem Weg zu meinem Auto. Viel hätte ich heute im Wald sowieso nicht mehr fotografieren können, denn es war 16:15 Uhr und langsam verschwand das Tageslicht.

Voller Erfolg durch Sturheit :-D

Auch am nächsten Tag sollte die Meteorologen recht behalten mit ihrer Schneevorhersage. Gegen 11:00 Uhr tanzten die ersten kleinen Flocken draußen vor dem Gebäude in dem ich mit der Weihnachtsfeier gefangen war. Schon beim zweiten Blick waren aus den zarten Schneeflocken richtig große Schneeflocken geworden und sie füllten langsam den Boden auf. Gegen 14:00 Uhr war die Feier zu Ende und es ging durch eine herrliches Winterwunderland nach Hause.

Der Schneefall nahm immer weiter zu und die Sicht verschlechterte sich mit jedem Meter. Mittlerweile waren die Bäume dick in der weißen Pracht eingepackt. Der Wind nahm auch zu und es wurde immer ungemütlicher sich draußen aufzuhalten. Zu Hause angekommen wägte ich ab. Rausgehen oder in der Wohnung bleiben? Der Kampf im Kopf dauerte eine Weile bis ich mich endlich durchrang erneut loszugehen. Dieses Mal mit der für diese Jahreszeit angepassten Kleidung. Ich fuhr zu einem Park in der Nähe meines Wohnortes.

Bereits an dem Parkplatz konnte ich mich überzeugen, dass ich die richtige Endscheidung getroffen hatte. Alles war unter einer dicken Schneeschicht begraben. Schnell nahm ich die Kamera und das Stativ und ging die Stufen hinunter in den tiefverschneiten Park.

Begeistert machte ich die ersten Aufnahmen. Im Kopf hatte ich mir eine kleine Dreiecksroute zurechtgelegt, um zu den besten Plätzen zu kommen an denen ich immer wieder schöne Aufnahmen in der Vergangenheit machen konnte. Dick verschneite Bäume, schwer beladenen Äste und weiß eingepackte Blätter, die das Fallen im Herbst verpasst hatten, waren meine ersten Motive.

Ich kam ich an den kleinen Weiher am Rand des Parks. Auf der einen Seite folgt der Uferlinie ein Rundweg. Auf der anderen Seite ist der Weiher mehr oder weniger sich selbst überlassen und dort war die Vegetation bis an das Ufer und darüber hinaus gewachsen. Ich begab mich an die Waterkant blickte nach rechts und entdeckte genau das, was ich mit meinem Winterbild aussagen wollte. Weiß eingeschneite Bäume und ein halb zugefrorener Teich.

Begeistert stellte ich mein Equipment auf und fotografierte alle Varianten die mir einfielen. Ein Ergebnis meiner Bildserie siehst du oben als Titelbild zu diesem Beitrag.

Als ich nach Hause fuhr, ging der Schnee in Regen über und die weiße Pracht an meinem Fotospot würde sich in den nächsten Stunden in das dunkelbraun schneeloser Wintertage zurückverwandeln.
Es hat sich gelohnt nach dem ersten erfolglosen Tag sich nochmals loszugehen und erneut nach dem geeigneten Motiv zu suchen. Auch wenn es nur für knapp zwei Stunden war.

Wie du an tolle Winterfotos kommst und dabei Zeit sparst

Wenn du ein Hausrevier hast, suche bereits im Sommer nach geeignete Stellen für die anderen Jahreszeiten und wenn das Bild welches du dir vorstellst beim ersten Besuch nicht klappt, geh wieder hin und wieder und….so lange, bis du dein Wunschbild hast.
Es lohnt sich!
Denke daran die Belichtungskorrektur bei Schneefotos auf +1 bis +1,5 zu stellen. Dieser Bereich hilft dir in  fast allen Situationen ein optimal belichtetes Schneefoto zu bekommen. Spiele aber ruhig mit der Belichtungskorrektur in halben Stufen, um die beste Belichtung für die jeweilige Konstellation vor Ort herauszuarbeiten. Arbeite gerade im Winter mit dem Histogramm, um Unter-  bzw. Überbelichtungen zu vermeiden.

So und nun geh raus….spielen. :-)

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.