Sind exotische Bilder außergewöhnlich?

Erfolg-Holger-Hackenjos-Naturfotografie

Staunend betrachten wir ein Bild. Unglaublich, was es zeigt: Löwen im Sandsturm, Pinguine in der Antarktis oder Kondore, die über den Anden ihre Kreise ziehen. Diese Bilder ziehen an, sind magisch.Wenn wir auch dort gewesen wären, hätten wir diese Bilder genauso machen können, oder sogar bessere. Das ist die gängige Meinung, die aus Gesprächen und Beurteilungen mit Fotofreunden hörbar werden.

Diejenigen Fotografen, die sich immer wieder mit Wettbewerben beschäftigen, fühlen sich bestätigt. Exotik bringt den Erfolg, denn oft sind Bilder, die an exotischen Orten aufgenommen wurden bei Wettbewerben vorne dabei.

Beim Start meiner aktuellen Multivisionsvortragsreihe „Lehrjahre eines Naturfotografen“ und „Abenteuer Ruhr“ erlebte ich eine verblüffende Wendung.

Zu Beginn des Vortrages hört das Publikum zwar aufmerksam, aber völlig entspannt meinen Vortrag an. Ich beginne die zweite Hälfte meines Vortrages mit der Erklärung, dass ich über zwei Jahre beinahe jeden Tag an diesem Projekt fotografiert habe und es geht ein Raunen durch den Saal. Zunächst fand ich den Grund nicht, denn auf der Wand war ein Standbild eines Flusses im Abendlicht zu sehen. Kein spektakuläres Bild!

Jedoch schien die Aussage, dass jemand zwei Jahre lang immer dieselbe Stelle aufsuchte, nur um zu fotografieren unglaublich. Die nachfolgenden Bilder wurden mit erhöhter Aufmerksamkeit verfolgt. Waren meine Bilder so exotisch?
Nein, sie zeigten die Natur im Ruhrgebiet, aber eben über den Zeitraum von zwei Jahren und genau das macht diese Bilder außergewöhnlich.

Suchen Sie sich doch auch ein Projekt, welches Sie mit Leichtigkeit über einen langen Zeitraum durchführen können.
Sie möchten Beispiele?

Nehmen wir das normalste das einfachste, was es gibt: den Teich im Park.
Unspektakulär? Keine guten Motive? Zu normal? Genau, Sie haben völlig Recht!

Aber eben das ist Ihre Chance!!! Wer gibt sich schon ein oder gar zwei Jahre mit Stockenten ab? Natürlich gibt es gute Bilder und einige haben sogar Preise bei Wettbewerben erzielt. Aber kennen Sie jemanden der eine Fotostory über eine Entenfamilie von der Balz bis zum Jungvogel hat?

Nutzen Sie den Vorteil des Parks! Die Tiere sind wenig scheu, da sie von besonders fürsorglichen “Tierfreunden“ gefüttert werden und  dadurch an Menschen gewöhnt sind und kommen deshalb sehr nah an Ihre Linse heran. Im Winter bieten sich Bilder von Enten im Schneegestöber, auf dem Eis und aus dem Schnabel entweicht bei jedem Atemzug eine kleine Nebelfahne…

Wenn Sie Bilder für Fotowettbewerbe benötigen und kontinuierlich an Ihrem Entenprojekt arbeiten  bekommen Sie beinahe nebenher wettbewerbstaugliche Aufnahmen die eingesandt werden können.

Wenn Sie dann auch noch gewinnen, werden Sie feststellen, dass die Bildbetrachter sagen werden: „…man das hätte ich ja auch gekonnt so eine normale Ente.“ Sie hingegen können lächelnd in das nächste Reisebüro gehen und mit dem Preisgeld eine Reise zu einem exotischen Ort buchen um Bilder zu machen die außergewöhnlich sind.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.