Setzt du schon die wildwest Methode in der Naturfotografie ein?

Wer kennt sie nicht die guten alten Western. Ein Duell zwischen dem Schurken und dem Revolverhelden. Beide stehen sich gegenüber. Die Hand griffbereit am Revolver und bereit zum ziehen und schießen. Eine kleine Regung des Gegenübers reicht und beide greifen zum Revolver, ziehen, zielen und schießen. Der Schurke geht zu Boden und die Welt der kleinen Stadt ist wieder in Ordnung. Dieses Szenario lässt sich prolemlos auf die Naturfotografie übertragen.

Denn so oder ähnlich ist die Situation manchmal auch bei Naturfotografen.
Der Finger schussbereit am Auslöser. Die Augen suchen die Umgebung nach dem Motiv der Begierde ab. Endlich sieht das Adlerauge des Fotografen eine Regung auf der Lichtung im Wald. Bei genauem Hinsehen, erkennt das wachsame Auge des Fotografen den „Gegner“. Einen Fuchs, der von links nach rechts über die Lichtung prescht. Die Kamera wird zum Auge geführt und…der Fotograf versucht verzweifelt den Fuchs im Sucher der Kamera zu finden. Aus anfänglich leichten Bewegungen werden hektische Drehbewegungen, um endlich Meister Reineke in das Fadenkreuz des Fokusbereiches der Kamera zu bekommen. Schlussendlich folgen harte Schwenks über die gesamte Lichtung, um endlich dieses Tier zu finden. Aber alle Bemühungen bleiben erfolglos.

Ein kurzer Blick über den Kamerarand und viel weiter rechts als das Suchgebiet war, sieht der Fotograf den Fuchs. Ein paar Sätze noch und der Fuchs hat das Ende der Lichtung erreicht und verschwindet unfotografiert im dichten Unterholz des Waldes.
Man war halt nicht schnell genug mit der Kamera. Der Bildausschnitt den man zum Suchen zur Verfügung hatte war einfach nicht groß genug.

Zielübungseinheiten

Dabei gibt es eine einfache Übung, um den Nachteil des kleinen Bildausschnitts zu kompensieren. Während man auf das gewünschte Motiv wartet, kann die Zeit mit Zielübungseinheiten überbrückt werden.

Da Naturfotografen ja mehr oder weniger geduldig einige Zeit auf das Model warten müssen, sollten sie die Wartezeit in der Natur mit Zielübungen überbrücken.

Zunächst sucht man sich einen markanten Gegenstand in der Umgebung heraus, der etwas  links oder rechts von der eigenen Position ist. Für den Anfang eignet sich ein Baum als Zielscheibe. Später sollten die Ziele immer etwas kleiner werden.

Mit der Kamera vor dem Auge steht man geradeaus und schwenkt  die Kamera schnellstmöglich nach links oder rechts wo eben der Gegenstand ist und versucht diesen mit dem Sucher der Kamera zu erfassen .Andere Zielscheiben könnten Steine oder markante Erhebungen in der Umgebung sein.

Nach und nach sucht man sich weiter entfernte Gegenstände aus, die ebenfalls links oder rechts der eigenen Position sind.

Übung für Fortgeschrittene

Ein Flugzeug am leicht bewölkten Himmel in dem Sucher zu finden stellt eine exzellente Übung dar, um später fliegende Vögel treffsicher mit der Kamera zu finden.Je öfter man die Zielfindung übt, desto schneller ist man wenn es wirklich drauf ankommt.

Natürlich ist es ratsam diese Übungen von Zeit zu Zeit zu unterbrechen. Nicht das noch das eigentliche Motiv für das man sich zu früher Stunde aus dem Bett gequält hat, unfotografiert auftaucht und unbemerkt wieder verschwindet.

Es gilt also bereits vor dem eigentlichen Shooting, Zielübungen an weniger bewegungsfreudigen Gegenständen in der Natur zu machen, um immer ein wenig besser im Hauptgefecht treffen zu können.

Berichte mir doch von deinen wildwest Erlebnissen.

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