Bachstelze Wildwest – eine ergiebige Fotostory von der Straße

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Normalerweise finden Bachstelzen in direkter Nachbarschaft zu einem Gewässer ihre bevorzugte Nahrung: Insekten. Dort suchen sie den Ufersaum ab, oder nutzen menschliche Hilfestellungen in Form von Stegen oder Booten nach schmackhaften Insekten ab. doch es gibt wie überall auch Ausnahmen.

Asphaltcowboy-Stare-Holger-Hackenjos-Natur-Fotografie-ErlebenEine lange Straße führt durch grüne Weideflächen. Sie scheint ein beliebter Treffpunkt für Stare zu sein, denn ein großer Schwarm Stare nutzt die Straße, um fliegend oder auch als Fuß- bzw. Krallengänger die nächste Grünfläche zu erreichen. Wenn ab und zu ein Auto naht, scheinen sich die Tiere darauf zu verlassen dass ein vogelfreundliches Wesen am Steuer sitzt und ganz bestimmt bremsen wird. Und tatsächlich bremsen die Autos ab, um die Vögel passieren zu lassen. Erst nachdem alle Stare die Straße fröhlich rufend überquert haben, setzt das Auto seinen Weg fort.

Dieser Ort schein aber nicht nur bei Staren ein Hotspot zu sein.  Auch bei einer Bachstelze übt er eine magische Anziehungskraft aus. Immer wieder landet der kleine Vogel auf dieser ebenen Fläche und bewegt sich schnell und sich zielsicher zu ihren Frühstück auf dem Asphalt. Jedoch sucht sie nicht nach toten Frühstück, nein sie steht auf frische Ware. Sie weiß, am späten Vormittag  sucht ihr Frühstück den warmen Asphalt auf, um schnell auf Temperatur zu kommen, denn der dunkle Belag wärmt sich schneller auf als die Wiesen der Umgebung. Der eine oder andere Happen hat aber schon Betriebstemperatur erreicht und so muss von dem Vogel der eine oder andere Sprint hingelegt werden, damit der Schnabel gefüllt werden kann. Immer wiederunterbricht sie ihre Jagdphasen und verbringt die Pause auf einem nahegelegenen Weidepfahl von dem aus sie die Straße gut überblicken kann. Nach einer kurzen Erholung findet sie sich wieder am Straßenbuffet ein.

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Irgendwann ist die Ladekapazität ihres Schnabels erreicht. Er ist so voll, dass der Start und der Flug zu ihrem Ansitz sehr an einen Blindflug erinnert. Denn Flügel und Insektenleiber versperren die direkte Sicht nach vorne. Die Punktlandung auf dem Weidepfahl wird mit zunehmender Sichtminderung durch das Futter immer schwieriger. Dort angekommen schluckt die Bachstelze die erwischet Köstlichkeiten aber nicht einfach herunter. In ihrem Schnabel hat sie ein Insekt neben dem anderen sorgsam aufgereiht. Denn diese Bachstelze ist in höherer Mission unterwegs. Es warten hungrige kleine Schnäbel darauf von ihr gefüllt zu werden.
Also startet sie erneut, um ihren Brutpflegeauftrag zu erfüllen. Sie fliegt ihr Nest aber nicht direkt an sondern nimmt Umwege über Sträucher und Bäume in Kauf um bloß nicht die Position ihrer Nachkommen zu verraten. Schnell hat sie ihre Fracht an die Kleinen verteilt und findet sich wieder auf der Straße ein, um weitere Insekten zu suchen. Die Straße meint es aber nicht gut mit ihr, denn je höher die Temperaturen klettern, desto weniger Frischfleisch sonnt sich darauf. Irgendwann muss die Suche ergebnislos abgebrochen werden. Bei der Insektenmenge die sie aber bis dahin verfüttert hat , wird ihr Nachwuchs aber nicht nur satt, sondern bestimmt auch sehr müde sein. Die kurze Atempause nutz sie, um den Ansitz in einen Spa umzufunktionieren und ausgiebige Gefieder pflege betreiben, bis sie erneut zu einem Asphaltcowboy mutiert, um Insekten für ihre Jungen zu jagen.

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Es ist einfach gute Fotospots zu finden. Oft reicht es aus, wenn man mit ein wenig Geduld an einem Ort abwartet was die Tierwelt einem spannendes bietet.

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